Panorama-Tipps PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator on Sonntag, den 07. März 2010 um 21:24 Uhr   
© Detlef Winkelewski

 

Was ist ein Panorama?

 

eine Rundsicht, Rundblick, Rundgemälde, Rundfoto, eine 360-Grad-Ansicht;
ungenauer: Aussicht auf eine Landschaft

 


Wie werden Foto-Panoramen erzeugt?

 

Panoramen können analog - per Dia oder Negativ fotografiert werden

dia

 

Oder auch digital – Einzelaufnahmen werden hier per Software zusammengesetzt (gestitcht)

 

Single-Row:

© Winkelewski / Single-Row

 

Multi-Row:

© Winkelewski /Multi-Row

 

Panoramaformen

Es gibt unterschiedliche Darstellungsformen. Bei Panoramen unterscheidet man zwischen

 

zylindrische Panoramen

horizontale Bilderreihe

waagerrechte Darstellung bis 360 Grad

vertikale Darstellung bis 120 Grad

ideal zum Drucken

 

sphärischen Panoramen

kugelförmige Projektion

der Betrachter steht im Mittelpunkt

waagerechte Darstellung bis 360°

vertikale Darstellung bis 180°

ideal für Quicktime-Darstellung im Internet

 

kubische Panoramen

würfelförmige Projektion mit 6 Seiten

 

 

Welche Technik brauche ich, um Panoramen zu fotografieren und zusammenzustellen?

 

Für die Panoramafotografie eignen sich Mittelformatkameras wie bspw.:FUJI GX 617  Professional , Noblex 150UX (mit einemNoblex 150 (Mittelformat) Aufnahmewinkel von 138 Grad ), Seitz Super 220 VR, Seitz  28-220 (die nicht nur Anschlüsse für Nikon, Leica oder Contax-Obkeltive hat, sondern eine 360° Drehung in 0,7 Sekunden schafft) , Roundshot D3 ( diese Kamera schafft eine 360° Drehung bei voller Auflösung in 2 sek.)
Auch Kleinbildformatkameras eignen sich für die Panoramafotografie wie bspw. die Hasselblad X-Pan.


Was sollte die Ausrüstung beinhalten? Welches Zubehör ist sinnvoll?


Um professionell Panoramen zu fotografieren, sollte die Ausstattung einige Punkte abdecken, denn ein perfektes digitales Panorama setzt ein parallaxefreies Drehen der Kamera voraus. Dieses wird etwa durch einen Panoramakopf und ein Stativ gewährleistet. Mithilfe einer Stitchsoftware können die erzeugten Einzelbilder am PC zusammengefügt werden.

© Winkelewski / AusrüstungEine nicht zu umfangreiche, aber eine gute Basisausrüstung könnte folgende sein:


•  (1, 2) eine Panoramaplatte mit Einstellschlitten Castel-Q
•  (3) eine Winkelschiene
•  (4) eine Wasserwaage (hier mit Blitzschuh)
• eine (Digital)Kamera (Canon EOS 400D, Objektiv 10-22 mm)
• das Novoflex Panorama-VR-System
• empfohlen wird auch ein Kugelkopf oder 3D-Neiger
• ein Stativ
• ein Desktop PC oder Laptop
• Stitchingsoftware (z.B. Panoramafactory oder PTGUI)

 

 

 

 

Bei Oneshot-Aufnahmen, wo nur ein Bild  aufgenommen wird, bietet sich ein Parabolspiegel an, welcher auf das Objektiv gesetzt wird und einen Bildwinkel bis zu 100° gewährleistet

Um den Nodalpunkt beim Panoramafotografieren präzise einzustellen und die Kamera drehen zu können, sind spezielle Stativköpfe, sog. Panoramaköpfe, unerlässlich.
Der Nodalpunkt ist wiederum abhängig vom Objektiv/ der verwendeten Brennweite (bei Zoomobjektiven wandert dieser Punkt bei höherer  Brennweite in Richtung Sensor ). Wenn die optische Achse genau durch den  Nodalpunkt verläuftkommt es weder zu einem Parallaxeneffekt beim Schwenken noch zu einer Positionsveränderung  zwischen Vorder- u. Hintergrund

Gute Panoramaköpfe werden bspw. von Manfrotto oder Novoflex hergestellt.Panoramakopf Manfrotto 300Voll-automatische Panoramaköpfe haben eine sehr hohe Präzision. Dies ermöglicht ein perfektes Positionieren – besonders geeignet für digitale  Panoramen mit hoher Auflösung . Der automatische Panoramakopf von Seitz mit VR Drive Motor und solidem VR Drive Kopf zur Fixierung der Digital-Kamera  funktioniert mit allen Kameras mit elektronischem Auslöser. Zudem besteht die Möglichkeit, im Nodalpunkt nach oben und unten zu schwenken (etwa für Multi-Row Aufnahmen).

Welche Software braucht man zum Erstellen eines Panoramas?


Für das Herstellen von Panoramen ist auch eine entsprechende Software erforderlich. Hierfür wurden spezielle Stitching Programme entwickelt, mithilfe derer etwa die Einzelbilder zu einem Panorama zusammengefügt werden. Drei Programme sollen kurz vorgestellt werden, welche sich gleichzeitig unterscheiden:


(1) auch schon (semi)professionelle Fotoprogramme wie bspw. Adobe CS4 besitzen Tools (bei CS 4 Photomerge), mit denen Panoramen relativ schnell und einfach zusammen“genäht“ werden (to stich= etw. nähen)
(2) Panoramafactory hat seine Vorteile bei weniger aufwändigen Panoramen und zählt unter der professionellen Panoramasoftware zu den anwenderfreundlichsten. Neben einem hervorragenden Stitcher, einem guten Assistententool mit Exportfunktion in allen Formaten, und einer deutschen Sprachversion, bietet das Programm einen guten Support neuerer Kamera- und Objektivmodelle
© Winkelewski / Panorama Factory.
(3) PTGUI ist eine sehr anspruchsvolle Panoramasoftware und besonders bei Experten gefragt. PTGUI baut auf den Dersch-Tools auf, an denen im professionellen Softwarebereich über Jahre niemand vorbei kam; die Bedienung wurde neu überarbeitet, verbessert und das Programm wirkt nun wesentlich anwenderfreundlicher als zuvor. Das Programm integriert einen sehr guten sehr guten Stitcher, eineeMulti-Row-Panorama-Funltion sowie einen Wizzard. Alle Ebenen lassen sich auch für Photoshop ausgeben und die Panoramen in alle gängigen Formate exportieren. Dennoch ist die Bedienoberfläche sehr funktional und das Programm für Neulinge sehr kompliziert.
ptgui_1

 

 

Panoramafotografie Anwendertipps

 

Panoramen lassen sich mit etwas Geschick und dem nötigen Know-how auch ohne teures Zusatzequipment erstellen, bspw. durch den Leuchtturmeffekt, der sich besonders bei Landschaftsaufnahmen eignet, die weniger anspruchsvoll sind, als bspw. Architekturfotografie.
Beim Leuchtturmtrick sollte man bestenfalls hochkant fotografieren und dabei sehr viele sich stark überlappende Aufnahmen machen. Dabei dreht man sich schnell und kontinuierlich (nicht stehen bleiben oder langsamer werden! Bestenfalls vorher ein paar Trockenübungen machen.) . Es bietet sich an, bei höherer Aufnahmenfrequenz das RAW zu deaktivieren. Allgemein sollte im manuellen Blenden und Zeitmodus gearbeitet werden. Dabei wird der hellste Bereich gemessen und die Einstellungen angepasst.

Welches Objektiv eignet sich zur Panoramafotografie?


© Woerfel / Objektiv

 

Die Objektivwahl entscheidet sich nach der sphärischen oder zylindrischen Verwendung, von der Panoramasituation (bewegt/unbewegt); zudem spielt der Cropfaktor eine entscheidende Rolle.
Bei einem 8mm Objektiv im Vollformat für 360° sind drei bis vier Bilder genügend, während man für 16 mm-Objektiv zumindest zehn braucht. Bei einer Fisheye-Aufnahme wird das Panorama kürzer, längere Brennzeiten verbreitern das Panorama, (welche für Ausdrucke deutlich natürlicher wirken)

 

 

 

 

 

Was muss ich bei einer Spiegelreflexkamera beachten?


Manuell: Bei der Verwendung einer (digitalen) Spiegelreflexkamera sollte unbedingt beachtet werden, immmer manuell zu arbeiten (bspw. Weißabgleich).
Filter: Die Verwendung von Polfiltern führt zur Vignettierung und sollte demnach vermieden werden.
Blende: Bei Tageslicht sollte man eine kleinere Blende (>16) wählen; in Dämmerungssituationen bietet sich eine mittlere Blende bei nicht zu kleiner ISO ( Schwenk ist sonst zu zeitaufwändig) an.
Belichtung: Immer den hellsten Bereich messen
Ausrichtung: eine horizontale Ausrichtung der Kamera wird empfohlen, was aber mit der verwendeten Software variieren kann.
RAW: von RAW wird bei Panoramafotografie abgeraten, da der Puffer des jeweiligen Speichers oft nicht genügend ist, besonders bei höherer Überlappung und schnellerem Drehen.
Accessoires: Hilfreich ist ein Tragegurt, der auch abgenommen werden kann, um etwa bei einem Schwenk ein Verheddern oder gar Blockieren zu vermeiden.


Tipp: Überlappen Sie lieber mehr als zu wenig! (Bei 15 mm etwa zwanzig Bilder)

Welche Vorbereitungen müssen getroffen werden?

Eine Panoramaaufnahme sollte möglichst immer durchgeplant sein, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen:

© Winkelewski / Panorama


Motiv: Das Motiv sollte vorher erkundet werden! Bspw: bei einer Aufnahme bei Dämmerung ermitteln sie die „blaue Stunde“ selbstverständlich im voraus.
Objekte: anspruchsvolle, zu stitchenden Objekte sollten nicht geteilt werden. Wenn dann sollte man eine große Überlappung wählen und mehrere Bilder machen. Bewegte Objekte sollten vermieden werden, da der Aufwand hierfür enorm ist und sehr viel Zeit in der Bearbeitung fordert.
Ausrichtung: mit Blick auf eine Leinwandausbelichtung bietet es sich an im oberen Bereich des Motivs etwas Platz zu lassen, da häufig die Ecken umgeschlagen werden. Es ist empfehlenswert, nahe Objekte in das Bild zu integrieren
Schwenk: Machen Sie immer erst einen Schwenk zum Testen, bevor Sie aufnehmen! Sie erleichtern sich die spätere Arbeit, wenn Sie den Schwenk immer im Uhrzeigersinn machen.
Software: Wenn Sie die Aufnahmen in ihrer Software ausgeben, achten Sie darauf, Ebenen auszugeben.

Tipp: In der Panoramafotografie werden Linien die horizontal verlaufen zu gebogenen – Wenn, dann sollte der Effekt gezielt eingesetzt werden.

Was kann ich bei DRI (Dynamic Range Increase) Aufnahmen beachten?

© Winkelewski / DRIBlaue Stunde: Nur im Westen gibt es einen Blauverlauf, da dort eben die Sonne untergeht. Hier sollte man die 2. Hälfte der Stunde nutzen. Als Startpunkt kann man bspw. auch das Einsetzen der Beleuchtung der Straßen wählen. Dann aber nicht warten, am besten einfach fotografieren! Den genauen und richtigen Zeitpunkt kann man dann im Nachhinein ermitteln.
DRI: Nutzen Sie die Belichtungsreihen ihrer Kamera, machen Sie mindestens drei Aufnahmen und zählen Sie! In der AEB Funktion zwei Drittel Stufe wählen. Einer korrekten Belichtung im hellsten Bereich entspricht der höchste Wert.
Batterie: DRI verbraucht sehr viel Batterie und Speicher. Achten Sie darauf, dass Sie einen aufgeladenen Akku eingesetzt haben und haben Sie einen Ersatzakku- sowie eine Ersatzspeicherkarte in Reserve!

© Winkelewski / Brandenburger Tor (DRI)Tipp: Auf Reflexionen in der Linse achten; schatten Sie gegebenenfalls ab!

Wie gehe ich bei der Aufnahme am Besten chronologisch vor?

 

  • Bauen Sie zunächst den Panoramakopf mit Nodalpunkt auf.
  • Messen Sie im hellsten Bereich um die Belichtungswerte zu ermitteln
  • Sie können auch die AEB/ Belichtungsreihenautomatik oder das Kamera-Bracketing nutzen. Stellen Sie dann auf 2/3 Stufe (ist aber von der verwendeten Kamera anhängig, wahlweise auch Stufe 1 oder 2)
  • Wählen Sie den manuellen Belichtungsmodus und korrigeiren Sie die Belichtung (höchster Bracketingwert sollte auf „null“ stehen)

Immer drei Bilder innerhalb einer Position des Kopfes machen (anstelle eines Einzelbildes)

Output


Ein fertiges Panorama bietet viele Verwendungsmöglichkeiten: Hier die Vor-und Nachteile.


Drucken: selbst drucken sollte vermieden werden. Tintenstrahldrucker verwenden nicht nur teure Papierrollen und Tinte (die während des Drucks zur Neige gehen kann), sondern die Software ist meistens nicht für den Papierrollendruck gemacht. Der Druck dauert teilweise sehr lang (mehrere Stunden)
Es bietet sich an einen Dienstleister in Anspruch zu nehmen, der bspw. Leinwanddruck, Tintenstrahldruck oder Kalenderdruck relativ günstig anbietet

Ausbelichten/Rahmen: Verschiedene Anbieter haben einen Onlineservice für das Ausbelichten Ihrer Panoramafotografie: bspw. colormailer24.de oder etwa passende Panoramabilderrahmen auf allesrahmen.de. Bei einer Rahmung besteht der Vorteil, dass Ihre Motive beliebig gewechelt werden können und sich so eine günstige Alternative ergibt.

 

© Winkelewski / Potsdamer Platz

 

 

 

 

 

 

Aktualisiert ( Dienstag, den 13. April 2010 um 21:36 Uhr )
 

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